Töten für Geld - Die Großwildjagd

Afrika Für einen bestimmten Preis kann hier jeder - und zwar wirklich jeder - ein Tier töten und es sich anschließend ausgestopft zuhause ins Wohnzimmer stellen.

 

 

In manchen Ländern Afrikas (beispielsweise Namibia) ist es legal, Tiere wie Löwen, Elefanten oder Nashörner abzuschießen. Das machen sich bestimmte Organisationen zu Nutze und bieten Großwildjagden für Touristen an. Diese bezahlen dann viel Geld (etwa für einen Löwen meist zwischen 18.000 und 54.000 Euro, für andere Tiere je nachdem etwas mehr oder etwas weniger) um ein paar Tage den wilden Tieren nachzujagen und sie letzten Endes zu erschießen. Anschließend fliegen sie mit dem erlegten Tier zurück in ihr Heimatland, lassen es präparieren und sind stolz auf ihre selbst geschossene Trophäe, die von nun an im Wohnzimmer, Schlafzimmer oder - bei einem Hobbyjäger - im Trophäenzimmer seinen neuen Platz findet. 

Bei ihren Jagden geht es ihnen vor allem darum, sich mächtig zu fühlen, sie erlangen das Gefühl als wären sie der Herrscher über Leben und Tod. Außerdem freuen sie sich auf den Nervenkitzel bei der Jagd.

Laut dem Tierschutzverein "Pro Wildlife" reisen dafür jährlich rund 18.000 Menschen nach Afrika und töten dabei um die 100.000 Tiere. Noch einmal: 100.000 tote Tiere jährliche, und das nur weil die Menschen Spaß daran haben, sie zu töten!

 

Ein sehr großes Problem ist dabei außerdem, dass die Jäger besonders auf große und kräftige Tiere zielen, um sich später damit brüsten zu können, ein so prachtvolles Tier erlegt zu haben. Doch genau diese Tiere sind es, die wichtig für den Fortbestand der Art sind. Würden die Jäger nur die kranken oder schwachen Tiere erschießen wäre diese Großwildjagd also gar kein so großes Problem, da dadurch die Arten nicht noch zusätzlich gefährdet würden.

 

Besonders viel Aufmerksamkeit bekam diese Art der Freizeitbeschäftigung nachdem ein Zahnarzt den Löwen "Cecil" erlegte (Sommer 2015, Simbabwe), der von Forschern der Universität Oxford beobachtet wurde und dafür mit einem Peilsender ausgestattet war. Außerdem war er aufgrund seiner schwarzen Mähne im ganzen Land bekannt. Nach seinem Tod empörten sich viele Menschen über die Großwildjagden. Von der Regierung wurde daraufhin ein Jagdverbot verhängt, das jedoch schon nach kurzer Zeit wieder aufgehoben wurde.

Ein ebenfalls sehr großes Problem bei der dabei, das auch hier zutage kam, ist, dass die Tiere aus der Entfernung nicht richtig getroffen und so oft nur angeschossen oder verletzt werden und anschließend stundenlang im Sterben liegen, bis die Jäger das Tier gefunden und es durch einen - in diesen Fällen - erlösenden Schuss getöten haben. Dabei leiden diese Tiere starke Qualen. Man muss beachten, dass Tiere zum Teil die gleichen Empfindungen und Gefühle wie Menschen haben. Der Löwe Cecile beispielsweise wurde bei Nacht mit einer Amboss angeschossen und es brauchte mehrere Stunden bis sein Jäger - ein Zahnarts aus Minnesota - ihn finden und erlösen konnte.

 

Dieses Töten für Geld hat dabei aber zwei wichtige Vorteile:

Zum einen wird, aufgrund der hohen Kosten für eine solche Großwildjagd, die wirtschaftliche Lage der afrikanischen Länder verbessert, sodass mehr Geld in den Naturschutz gesteckt werden kann. Von diesem Geld können beispielsweise Naturschutzgebiete bezahlt und errichtet werden.

Zum anderen macht erst die Jagd die Menschen darauf aufmerksam, dass diese Tiere schützenswert sind. In Afrika galten für lange Zeit Tiere wie Elefanten als "Ungeziefer". Durch die verstärkte Jagd auf sie werden die Afrikaner darauf aufmerksam, dass sie geschützt werden müssen um auch weiterhin als Einnahmequelle zu dienen.

Der namibische Naturschutz-Minister Pohamba Shifeta meinte, dass sobald die Großwildjagden aufhören, auch der Naturschutz nicht mehr funktionieren würde.

 

Die Frage ist aber doch: Kann es sein, dass unschuldige Tiere nur wegen dem Nervenkitzel bei der Jagd oder dem Machtgefühl der Jäger getötet werden dürfen? Darf man unschuldige Wesen nur deswegen einfach umbringen? Auch wenn diese Jagd zum Teil noch positive Folgen hat, kann man damit auf keine Fall den Tod so vieler Lebewesen rechtfertigen. Außerdem gehören viele der geschossenen Tiere zu gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Arten. Beispielsweise gibt es nur noch weniger als 40.000 Afrikanische Löwen in freier Wildbahn und trotzdem wird die Jagd auf sie nicht gestoppt. Wenn die Menschen weiterhin so handeln, werden viele Tierarten in Zukunft nur noch in Büchern zu bewundern sein.

 

Es muss andere Möglichkeiten geben, den Naturschutz in diesen Ländern aufrechtzuerhalten ohne dabei so viele Leben zu vernichten und das Bestehen bedrohter Arten zu gefährden!

 

 

Helfen:

Eine Petition zu diesem Thema könnt ihr Unterschreiben unter:

https://support.worldwildlife.org/site/Advocacy?pagename=homepage&cmd=display&page=UserAction&id=664

 

 

Quellen:

http://web.de/magazine/wissen/grosswildjagd-kostet-nashorn-toeten-31260560

http://www.sueddeutsche.de/panorama/trophaeenjagd-in-namibia-von-wegen-boese-1.2654437

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/37839/Jagen-Sie-jetzt-nichts

http://www.alternet.org/environment/bigger-story-behind-killing-cecil-lion-media-overlooked

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